Denkweg – Denkart

September 13th, 2011 § 9 comments

Möglichkeitsdenken – ein Denkweg abseits vorgefertigter Trampelpfade oder die Kunst, Möglichkeiten zu denken.

Möglichkeitsdenken kann mit der selbst gewählten Erlaubnis, in Verbindungen und Abhängigkeiten einzugreifen beginnen. Diese Erlaubnis ist aber schwerer zu bekommen wie vermutet. Denn solcherart Denken ist auf aktive Veränderung ausgerichtet und verlangt Mut und Willen. Erst die erwähnte Erlaubnis ermöglicht die aktive Nutzung eines Möglichkeits- Wirklichkeits- Konstruktionsraumes, dadurch brechen Barrieren auf oder sind nicht mehr existent bzw. verschwinden auf wundersame Weise, als wären sie nie da gewesen, Grenzen verwischen und es entsteht ein besonderer Wertzuwachs; – weil durch so einen Vorgang das System bereichert und „Raum“ gewonnen wird. Zusätzlicher Raum, der so notwendig gebraucht wird für Lösungen, für die Aufnahme von Information, fürs Handeln, Kommunizieren und wesentlich: Raum der Platz für die Neuanordnungen schafft. Und schon sind wir auf dem Weg, – nennen wir ihn Lernprozess. Aus unseren Neuanordnungen entstehen neue Blickwinkel, Perspektiven, kontextsensitive Lösungswerkzeuge für Problemstellungen. Wir gehen unseren Weg ohne Anleitung. Gehen selbstbestimmt, erhobenen Hauptes. Kurzum: aus Neuanordnungen schaffen wir uns neue Zugänge und wiederum Neuanordnungen; – wir lernen!

Möglichkeitsdenken zeichnet sich also durch einen starken Gestaltungs- Schöpfungswillen aus – und der Kunst diesen zu bändigen aber auch zu pflegen. So entstehen die dringlich notwendigen Zugänge für Handlungsmöglichkeiten, jenseits der Psychosonderangebote und pädagogischen und sozialen Heilslehren.

Die Kunst Möglichkeiten zu denken.
Sucht man nach förderlichen individuellen Faktoren für ein Herangehen an das Modell Möglichkeitsdenken stoßt man schnell auf die Begriffe: Spontaneität, Mut, Neugier, Abenteuerlust. Aus diesen Faktoren heraus entwickelte Künste können unser Handeln und Denken und unsere Arbeitsmethoden für prozessuale Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten orientieren, und das Feld der Möglichkeiten für unsere initiierten, selbstgesteuerten Lernprozesse erweitern.

MD führt weg von verstaubter Didaktik und Pädagogik, hin zu den wunderbaren Begriffsräumen der Künste. So sorgt MD für eine Frischluftzufuhr und Zellerneuerung. Führt uns zu Kreativität und Neuem, fordert von uns das Lernen und die Öffnung, verhindert unser Festhalten und führt uns zum Begriff des Fließens. Einem sicheren Fließen im Haltlosen, ohne uns verloren fühlen zu müssen.

Beispielhaft können folgende Künste benannt werden:
Der Begriff der Künste ist hier im ostasiatischen Sinne aufzufassen, – also: zu den Künsten gehört all das, was von Wert ist, den Charakter eines Menschen zu entwickeln, sein Selbst einer Vollendung nahe zu bringen, handwerkliche und geistige Fähigkeiten gleichermaßen zu formen und dadurch den Menschen zur Reife gelangen zu lassen.

die Kunst des freien, reflektiven Beobachtens
die Kunst des Staunens, Wunderns, des Freuens und der Begeisterung
die Kunst der Kreativität und des Erschaffen
die Kunst des Deutens
die Kunst des Erfahrens
die Kunst des Verrücken
die Kunst der Setzung
die Kunst der Konstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeiten
die Kunst der Identität,
• die Kunst des Selbstbeobachten und Ersinnens
die Kunst „flüssig“ und nicht starr zu sein,
• die Kunst virtuell zu sein
die Kunst der Spurensuche und des Grenzganges
die Kunst des Seins im Widerspruch und Risikos
die Kunst des Haltes im Haltlosen
die Kunst global zu sein und Zeit- Raumblasen aufzubrechen
die Kunst des Weich- und Hartsein
natürlich die Kunst des Denkens und Weiterdenkens
die Kunst der nichtlinearen Logik
die Kunst der Viabilität (Passung)
die Kunst der sinnvollen Kommunikation

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