Kreativität – als (ostasiatischer) Weg

August 6th, 2011 § 24 comments

(Ostasiatische) Wege zu innerer Kreativität gibt es viele, – sie sind von grundsächlicher Bedeutung für die asiatische Kultur.

Der Weg der Kalligraphie, der Weg des Bogenschießens, der Weg des Tees, der Weg des Blumensteckens, der Weg des Mentoring, oder der Weg des Judos, usw. .
Anfänglich erscheint uns der ostasiatische Weg zu innerer Kreativität eher wie ein schmaler Pfad mit sehr eng gesteckten Regeln und ohne Raum für persönliche Entfaltung. Dem Adepten der betreffenden Kunst bleibt lediglich die Möglichkeit, den Vorgängern nachzueifern, so gut er es vermag. Aber das Ganze ist viel komplizierter, weil sich die Umstände, in denen unserer Vorgänger, unterscheiden. Also gehört auch zur Befolgung der Tradition, -  Anpassung und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, – und das Formen der individuellen Kreativität.
Zum Beispiel ist auf dem Weg der Kalligraphie das Schriftzeichen zwar festgelegt, das Schriftzeichen darf sich nicht verändern –, und doch offenbart ein einziges Schriftzeichen eine erstaunliche Vielfalt, wenn es von verschiedenen Kalligraphen zu Papier gebracht wird.
Sicherlich ist dieser Kreativitätsbegriff passiver und bescheidener als die westliche Fixierung auf spektakuläre Erfindungen und Entdeckungen. Doch richtig verstanden ist er eine unerschöpfliche Quelle der Energie und Erkenntnis. (Vgl. GOLDMAN, 1999, S. 60f)

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