Perspektive 353

September 13th, 2011 § 12 comments

Kreative Prozesse, Meditationen, Traumerfahrungen, (vielleicht konstruktivistische Prozesserfahrungen) bieten die Möglichkeit für prozessuale, transzendente Erfahrungen. In ihnen verbinden sich historisch, biografisch oder auch archetypisch, zu verschiedenen Zeiten aufgebaute Inhalte, zu einem assoziativen Ganzen oder Fluss. Es entsteht eine Unmittelbarkeit der Existenz, durch die das lineare, irreversible Zeitempfinden aufgehoben wird.

„Der erfahrene Prozess der Vergangenheit und die Vision einer antizipierten offenen Evolution werden in einer vierdimensionalen Gegenwart erlebbar. Eine derartige Zeit- und Raumverschränkung des „Bewusstseins“ hebt die sequentielle Ordnung von Information auf.“ (KURASAWE, 1999, S. 199)

Im Flow-Zustand verlieren wir das Bewusstsein unserer selbst. Ganz ähnlich ist der Zen-Begriff der Selbstvergessenheit: ein Zustand vollkommener Inanspruchnahme durch das, was wir tun.

„Im Zen hat das Wort Geist eine sehr interessante Bedeutung. Das Wort ist nämlich auch ein Symbol für das Bewusstsein des Universums. Tatsächlich betrachtet man den Geist des Individuums und den Geist des Universums letztlich als Einheit. Wenn wir uns also von unserem kleineren, individuellen Geist befreien und das lebhafte Bewusstsein unserer selbst verlieren, finden wir Zugang zu diesem größeren, kreativeren Universalgeist.“ (Kenneth Kraft von der Lehigh University)

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