Traum-Staunen

August 12th, 2011 § 9 comments

Wenn es stimmt, das die Fähigkeit zu Staunen, - der Anfang aller Weisheit ist, dann wirft das ein trauriges Licht auf die Weisheit des heutigen Menschen. (Vgl. FROMM, 1997, S.11)Wir mögen über eine noch so hohe Bildung verfügen, die Gabe, über etwas staunen zu können haben wir (teilweise) verloren. … Sich über etwas zu wundern, ist geradezu peinlich und gilt als Zeichen dafür, dass man geistig nicht auf der Höhe ist. … Uns kommt es darauf an, immer die richtigen Antworten bereit zu haben; dass man die richtigen Fragen zu stellen weiß, gilt vergleichsweise als weit weniger wichtig.
Aber wenn wir schlafen, erwachen wir zu einer anderen Daseinsform. Wir träumen. Wir erfinden Geschichten, die sich nie ereignet haben und für die es im „wirklichen“ Leben manchmal keine Entsprechung gibt. Manchmal sind wir der Held, manchmal der Bösewicht; manchmal erleben wir die herrlichsten Dinge und sind glücklich; oft werden wir in höchsten Schrecken versetzt. Doch welche Rolle wir auch spielen, wir sind der Autor, es ist unser Traum, wir haben die Handlung erfunden.
Und unsere Träume richten sich nicht nach den Gesetzen der Logik, die unser waches Dasein beherrschen. Die Kategorien von Raum und Zeit werden außer acht gelassen. Wir träumen von zwei Ereignissen, als ob sie sich gleichzeitig abspielten; … Ebenso wenig kümmern wir uns um die Gesetze des Raums. Es fällt uns nicht schwer, uns im Nu an einen fernen Ort zu begeben, an zwei Orten gleichzeitig zu sein; zwei Personen in eine zu verschmelzen oder eine Person plötzlich in eine andere zu verwandeln.
Im Traum sind wir tatsächlich Schöpfer einer Welt, in der Zeit und Raum, die allen Betätigungen unseres Körpers Grenzen setzen, keine Macht besitzen. Solange wir träumen – sind unsere Träume für uns ebenso wirklich wie nur irgendein Erlebnis unseres wachen Lebens. Im Traum gibt es kein „als ob“. Der Traum ist gegenwärtiges, reales Erleben.

Der Traum – einfach zum Staunen.

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§ 9 Responses to Traum-Staunen"

  • Steffie sagt:

    Thanks for the insight. It brngis light into the dark!

  • Satchell sagt:

    Well done aritcle that. I’ll make sure to use it wisely.

    • Gracelyn sagt:

      You’re the one with the brains here. I’m wactihng for your posts.

      • Gerald sagt:

        Abschalten ist anneresgtnd. Es erfordert die Bereitschaft sich mit dem Hier und Jetzt auseinanderzusetzen, statt sich sanft wiegend von einem Email zur nächsten SMS weiterschwappen zu lassen, sanft wiegend zwischen Unwichtigkeiten. Email, PC, Handy, iPad abschalten; MP3 Player, Radio, Buch (Papier & eBuch)…. da wird es dann schon schwierig… das Radio im Kopf abschalten.Nun hat Muße (positiv besetzt) und Müßiggang (negativ bersetzt) wenig mit Abschalten zu tun. ist in der katholisch / christlichen Tradition “aller Laster Anfang” und bei genauerem Hinsehen findet sich mehr Muße und Müßiggang im ziellosen Herumsurfen und kontinuierlichen SMS/email Kontakt. Ist Muße also – endlich einmal Zeit haben in Ruhe mit dem iPad zu spielen und stundenlang sinnlos herumzusurfen statt still an einem See zu sitzen, sich mit den eigenen Gefühlen, Ängsten, Erinnerungen auseinanderzusetzen die letztlich zeigen daß das Leben nicht so glatt&erfolgreich ist wie die Internetwerbung uns vorspielt?

      • Kris sagt:

        You couldn’t pay me to igorne these posts!

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